coming soon: Twirren strahlt 5G

 Das Kapitel 5G in Eschenbach geht weiter. Bald betrifft es nun den Ortskern.  Mal schauen wie “gleichgültig” sich all jene auch künftig geben, wenn die Antennen in Sichtweite ihrer Liegenschaften zu stehen kommen. Mit Blick auf den Zonenplan ist jetzt schon klar wo: Die Industriezonen im Dorf sind bescheiden. In Wohnzonen sollen  gemäss Baureglement und nebenstehendem Bericht aus dem heutigen Eschenbach Aktuell keine Antennen entstehen können. Eine Spurensuche, wo sie denn zu liegen kommen könnte. 

Twirren ist geographisch und  topographisch und zonenplanerisch TOP

Die Industriezonen “ehemalige Eibertfabrik ” im Zentrum und die “Sägerei in der Churzhaslen”  wären topografisch gesehen Optionen, strahlten jedoch mitten in die Schulanlagen oder Kindertagesstätten. Ferner gäbe es noch die “Zone für öffentliche Bauten und Anlagen”, welche sich quer durch das Zentrum vom alten Gemeindehaus bis zum Fussballplatz zieht. Auch diese ist jedoch mit Schulanlagen belegt. Das Industriegebiet Gublen fällt theoretisch topographisch weg: Zwischen den Hügeln macht das kein Sinn, ausser man baut einen 60m Tower. Möglich ist es jedoch in der Mettlen südlich angrenzend an Twirren: Die Firma JMS hat sich auch auf diese fragwürdige  Einnahmenquelle mit der Umwelt regelrecht spezialisiert. Es wäre ihr zehntes Mobilfunk-Goldader Projekt. Gut möglich das sie am oberen Rande der Kiesgrube Mettlen eine Anlage bauen will.  Die Firmendächer nördlich der Twirren sind jedoch aus allen Faktoren zusammen am meisten dazu prädestiniert. Vorausgesetzt man hält  im Gemeindehaus Wort und stellt die Antennen nicht in der Nähe von Schulen oder gar in der öBA Zone auf und macht dafür selber verwerflich die hohle Hand. Mal schauen, was die Baulobby und die Politik daraus macht. Alle bunten Flächen im oben publizierten Zonenplan fallen weg. Dort kann rechtlich keine neue Mobilfunkantenne gebaut werden. Nur grau und hellgrau passt.

Liegenschaftswert sinkt – Wohlbefinden ebenfalls

Wenn einen die gesundheitlichen Aspekte nicht überzeugen, dann könnten die finanziellen Aspekte interessieren. Ein Grundbesitzer der eine Mobilfunkantenne auf seiner Parzelle das Gastrecht gibt, kassiert PRO JAHR EINE FÜNFSTELLIGE SUMME. Allen Anwohnern  knickt der Liegenschaftswert und die Mieteinnahmen ein. Im Gebiet Bless-Twirren ist längst eine massive Belastung durch andere nicht ionisierende Strahlen bekannt: Keiner der in der Twirren wohnt, hat Chipkarten zum Tanken oder Autowaschen. Die werden dort nämlich regelmässig magisch gelöscht. Quelle unbekannt. Vermutung: Hochspannungsleitung oder unbekanntes Funknetz. Ob eine Mobilfunkantenne nachweislich ungesund ist oder nicht, ist nicht mal so relevant: Was der Mensch daraus macht oder wie er mit dem allfälligen Ohnmachtsgefühl gegenüber der Politik oder dem mit der Gier des mit Mobilfunk geldverdienenden Nachbarn umgehen kann, ist entscheidend. Vielleicht schläft jemsnd schlecht oder kann sich nicht mehr konzentrieren. Das einfach als “Einbildung” zu verharmlosen ist asozial. Geld auf Kosten der Nachbarn zu machen, ebenfalls!

Kurzfristige Lösung: Richtig wählen! 

Am Podium der Gemeinderatskandis vom letzten Donnerstag, stellte der Eschenbacher Mediziner Dr. Roland Schaffer den Kandis pointiert die Frage, wer von ihnen gegen einen vorläufigen Ausbau von 5G aufrichtig einstehe. Gerademal THOMAS FÄH und IRIS WÄCKERLIN hatten eine klare Meinung dazu. Alle anderen wanden sich heraus. Gut argumentiert (Hier können sie diese Sequenz nachschauen) führte Iris Wäckerlin und Thomas Fäh aus, weshalb es einfach noch zu früh für einen solchen Ausbau ist und das es sehr wohl vernünftige Argumente dagegen gibt und so gut wie derzeit keine, die dafür sprechen. Das sich die bisherigen Gemeinderäte und Behörden sich von den Mobilfunkanbietern mehrfach um den Finger wickeln liessen , Angst von den Anwälten der Mobifunkbranche haben oder mit fehlerhaften Zitaten Einsprachen abwiesen , ist bekannt. Das andere angehende GR sich nicht mit der Thematik auseinandersetzten, ist mindestens bemerkenswert.

Mittelfristige Lösung:  Sistierung oder Moratorium

Viele Kantone und Gemeinden haben längst alle Ausbaugesuche sistiert oder gar Moratorien beschlossen.  Da der Bund die Vollzugshilfe noch immer nicht veröffentlichte und es auch keine Messgeräte für 5G gibt, ist jeder Ausbau vorläufig ein Experiment mit ungewissen Ausgang. Da können die bezahlten Gemeindeflüsterer der Swisscom oder der ASUT und der Prof. Röösli des schweizerischen Tropeninstituts noch so viel Lobbyarbeit machen. Deren Wahrheitsgehalt werden seit Jahren binnen Stunden von gigahertz technisch und faktenbasiert zerlegt.

Auch Bundesrat lässt Vorsicht walten

Es gibt gute Gründe, weshalb der Bundesrat mit viel Skepsis für keinen raschen Erlass der  Vollzugshilfe Hand bietet und auch die Anlagegrenzwerte bei 5V/m statt dem Wunschprogramm von 20V/m der Mobilfunkanbieter anpasst. Vielleicht hält er es einfach für vernünftig, wenn gesundheitliche Folgen im Raum stehen, mit dem Ausbau zu zuwarten. In der Schweiz gilt im Recht das Vorsorgeprinzip bei neuen Produkten und  Dienstleistungen: D.h. Nicht der Geschädigte muss nachweisen, dass etwas in schädigte, sondern der Dienstleister muss lückenlos beweisen, dass etwa unbedenklich ist. Die nebenstehende Tabelle finden sie im aktuellsten Bericht des Arbeitsgruppe Mobilfunk Bundes zur Einführung neuer Mobilfunktechnologie auf Seite 63. Wäre Mobilfunk unbedeutend, wäre die Tabelle nirgens orange oder gar rot. Um es aus zu deutschen, hielt die Arbeitsgruppe Mobilfunk folgendes bereits 2019 fest :

Ausreichend begründet:
Veränderung der Hirnströme
Begrenzt begründet:
Hirntumore, krebsfördernd (im Tierversuch), verminderte Spermienqualität, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Schädigung des Erbgutes (DNS), programmierter Zelltod, oxydativer Zellstress.

Kennt man die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, müssen diese Eingeständnisse geradezu als alarmierend eingestuft werden. Wie blanker Hohn tönt dagegen die Behauptung von Swisscom und ASUT, es bestehe nun kein Grund mehr für Moratorien gegen 5G. 21 Onkologen aus aller Welt haben beim Bundesrat einen Brief zur tendenziösen Berichterstattung der eingesetzten Arbeitsgruppe des Bundes deponiert. Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz sind ebenfalls vorstellig geworden. Dieser medizinischen Warnrufe wurden offensichtlich wenigstens vom BR gehört  – weshalb der BR die Vollzugshilfe noch immer nicht absegnete. Die Lobby hat überbissen und der BR hat es gemerkt.

Antennen gehören in die Bauzone und vorallem:  In die öffentliche Diskussion

Man darf gespannt sein, wohin die Reise in Eschenbach führt. Fest steht: Die Dinger gehören dahin wo die Menschen sind und nicht in die Natur. Vom Eggwald strahlen mit maximaler Kraft zwei und demnächst schon drei Antennen ins Dorf. Das ist für das Gebiet Horeb/ Büel nicht unerheblich, wenn dann alles mit den neuen Antennen läuft. Die stehen dann voll im ständig wechselndem Strahlungskegel. 

Ich habe mich bei jeder Gelegenheit in der Arbeitsgruppe Richtplanung dafür eingesetzt, dass wir Antennenplanung in den Richtplan aufnehmen. Das gäbe Planungssicherheit für Bauherren, Mieter und Hausbesitzer, weniger Überraschungen und eine geringere Strahlenbelastung für alle. Ebenso müssen wir uns damit auseinandersetzen, ob wir wie in der Stadt St. Gallen als Pilotgemeinde viele kleine Antennen installieren, statt mit wenigen Grossen auf hoher Leistung in die Siedlungszone strahlen wollen.

Das Thema schreit nach Workshops mit der Bevölkerung und kann nicht in der Richtplanungsgruppe oder alleine im GR abgehandelt werden.  Seien wir visionär und planen wir alle gemeinsam, wo wieviel oder es auch mal genug sein soll. Zudem: Wir könnten auch vereinbaren was mit den vielen Batzelis zweckgebunden gemacht wird, die Firmen für so eine Antenne bezahlen könnten. Das sie ganz viel Geld mit uns verdienen, weiss jeder der Ende Monat brav seine Rechnungen selber bezahlt. 

Ich hoffe der Gemeinderat lädt demnächst mal an einem Samstagmorgen zu einem Workshop:  “Mobilfunk – WIE weiter: Viele nutzen ein Handy- keiner will eine Antenne. Ein Workshop mit Ausblick, spannenden Referaten und Kinderbetreuung”

 

8 Gedanken zu „coming soon: Twirren strahlt 5G“

  1. Die Aussage, dass es keine Messgeräte für 5G gibt ist so nicht korrekt. Frequenzselektiv kann 5G gemessen werden und solche Messgeräte existieren natürlich. Diese Messmethode ist in der Messempfehlung zu 5G des METAS vom 18.2.2020 aufgeführt.

    1. Die Aussage ist sehr wohl korrekt! Es gibt keine codeselektive Messgeräte bei den Abnahmefirmen! Es wird derzeit nichts anders als “hochgerechnet” und davon ausgegangen, dass man damit die Anlage generell überschätzt. Was aber passieren würde, wenn z.B. 12 Beams oder gleich alle 64 oder 81 Beams gleichzeitig gemessen würden (was in etwa die Realität auf einem Bslkon gegenüber einer Anlage sein könnte-wenn alle User*innen unmittelbar dahinter im Schulhaus ein Filmchen saugen) kann man derzeit nur rechnen-nicht MESSEN!

      1. Schuster bleib bei deinen Leisten. Auch bei der codselektiven Messung wird hochgerechnet, genau so wie bei den Messungen von 2G, 3G und 4G. Das ist überhaupt nichts neues. Und wenn 81 Beams gleichzeitig senden so werden diese frequenzselektiv alle zusammen gemessen, was denn sonst? Politiker und Juristen sollten lieber die Finger von Technik lassen, das kommt selten gut 🙂

        1. Der Unterschied liegt primär in der Neuen Antennenart. Adaptive Antennen (das muss ich Ihnen vermutlich nicht erklären) sind keine statisch sendenden Antennen. Sie können ihre Leistung zugerichtet hochdrehen. Das ergibt nunmal was anderes als früher die breite Sendekeule. Das wissen auch sie!

        2. Wenn ich fragen darf: Was ist den ihr Hintergrund? Wohnen sie hier oder sind sie beruflich mit der Materie beschäftigt? Ich frage nur, weil ich bisweilen keinen Martin Schatt kenne. Sehr gerne lernte ich dazu, wenn ich falsch läge und gehe auch davon aus, dass ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hab. Ich beobachte einfach sehr “passbar” gemachte Messverfahren und viele Fragezeichen. Das macht per se stutzig. Ebenso die Aussagen der NIS stellen find ich immer wieder sehr lernenswert. Das die 5V/m tatsächlich Durchschnitt sind, hab ich grad allerhand gefunden!

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