Anleitung zu Politikverdrossenheit

Nach dem erneuten Kindergarten rund um die Schulpräsidentenwahl muss ich leider endgültig das Handtuch für das Projekt “Findungskommission” der “Politik-Eschenbach” werfen. Seit 2017 raufte ich die Parteien mittels Kamingesprächen zusammen, damit dann bei den Wahlen alsdann zusammen nach der besten Frau oder dem besten Mann als GP oder Schulpräsi gesucht wird. Beide Male ist dies an Parteigeplänkel und einem eigenwilligen GR gescheitert, der seine eigenen Leute aufstellen will und dies grosszügig vorbereitet.

Menschen die knapp noch nicht politikverdrossen sind, sollten an dieser Stelle das weiterlesen beenden. Sonst verlieren wir auch sie noch als Bürger*in in der Kommunalpolitik – in einer Gemeinde mit 1,7 % Bürgerinnen an den Versammlungen können wir uns das demokratisch gesehen nicht leisten. Die Parteien selbst sind auf dem besten Weg in die Bedeutungslosigkeit ab zu rutschen. Überaltern tun sie ohnehin schon. Die Neuzugänge sind marginal oder manchmal gar opportunistisch.

Volles Verständnis für Nichtwählende

Ich verstehe alle Nichtwähler*innen – und dass sind nicht wenige – die bei solchen Meinungsscharmützeln nicht mehr mitmachen oder schlichtweg sagen: “Gemeindepolitik? Mir doch egal!” 53% wählten GR und GPK, während jedoch die Stimmbeteilligung bei den Eidg. Vorlagen bei 63% lag! Bei den GP Wahlen werden gar 428 Zettel weniger eingereicht und nochmals 424 leer. Das sind 852 Protestwähler von 1696 zufriedenen GP Wählenden. Von”Vertrauen” kann da nüchtern und sachlich betrachtet wirklich nicht gesprochen werden, wenn 1/3 nicht zufrieden ist. Nimmt man die 10% welche den eidg. Vorlagen zwar teilnahmen, jedoch nicht an den Wahlen sind es noch mehr.

Möglicherweise “angelinkt” ?

Heute lese ich zudem in der Abendausgabe der Linthzeitung (siehe hier) z.b. dass der Schulpräsi-Kandidat Marcel Gübeli (überzeugter Parteiloser) von der SVP nicht mehr unterstützt werden könne. Die Begründung wird gleich mitgeliefert: Weil er neben einer SP Kandidatin an meiner Hauswand hing, bzw. Die SP ihn zur Wahl empfohlen habe. Das das Plakat auch im Garten einer SVP Vorstandsperson stand, bleibt hingegen unerwähnt.

Ressentiments als Auswahlkriterium

Bei solchen Ressentiments hilft nur noch Kopfschütteln. Wenn man in den Blog der SVP schaut, wirds noch skurriler.

Noch am 26. August wurde dort verkündet:

Dieser Artikel wurde nun gelöscht. Heute steht nur noch:

-NACHTRAG vom 1.Oktober: –

12 Stunden später folgt die Präzisierung:

Ich weiss nicht, wie sowas entstehen kann. Ich weiss nur eines: Mit der Tatsache, dass für dieses Amt der beste/ die beste gefunden werden soll, kann dies nichts mehr zu tun haben.

Trotzdem wird dies zwangsläufig dazu geführt haben, dass Herr Gübeli sich wohl ernsthaft überlegen muss, ob er seinen Job als Geschäftsführer der interkantonalen Lehrmittelzentrale für so einen Kindergarten riskieren will. Ich an seiner Stelle würde dies zweimal überlegen. Täglich mit Regierungsräten und Gremien von 21 Kantonen zu verhandeln, ist sicher niveauvoller als solcherlei Geplänkel.

Falls es Ihnen bis hierhin noch nicht abgelöscht hat, sage ich Danke.

Bleiben sie aufrecht gegen blinde Ressentiments. Es geht um einen guten Schulpräsidenten und nicht anderes.

Nach 2 Stunden welche die SP mit jedem der vier Kandis in der heissen COVID Phase investiert haben, 20 genau gleich gestellten Fragen und absoluter ÜBEREINSTIMMUNG IM VIERKÖPFIGEN AUSSCHUSS DER SP, stand Herr Gübeli haushoch als Favorit da. Völlig unabhängig von Parteifarbe oder in diesem Fall überzeugter Parteilosigkeit.

Herr Gubelmann hat klar auch seine Qualitäten – jedoch vorallem in technischen Belangen, wo er seit Jahren einen super Job für unsere Wasserversorgung macht! Bei Ausbildungen, Ausdrucksvermögen und echter Führungserfahrung zwischen beiden Kandis liegen klar Welten.

Die CVP und die SVP hat wegen Marcel Gübelis herausragenden Fähigkeiten im ersten Wahlgang zähneknirrschend Stimmfreigabe beschlossen – Jetzt scheint jedoch endgültig einfach nur noch der Parteikampfmodus zu funktionieren. Hoffen wir, wenigstens die CVP und die FDP konzentriert sich auf die CV’s und die Personen.

Um ein Gremium wie die kantonsweit einmalige “Geschäftsleitung der Schulen Eschenbach” zu leiten, braucht es Knowhow: Diese besteht aus sechs gut ausgebildeten hochprofessionellen Schulleitungspersonen (= +/- 6 x 150’000Fr). Wer da nicht selber in der Schule beruflich zuhause ist, führt nicht, sondern wird geführt. Das wäre ein teures Experiment.

Dazu braucht es mehr als “wollen” und “bisher GR”. Dazu braucht es Erfahrung und einen Lebenslauf mit Substanz, Bildungsabschlüssen und Erfahrungsschatz in Personalführung. 180’000Fr Lohn müssen sich bereits aus dem Lebenslauf rechtfertigen und nicht einfach aus dem “Prädikat” “bisheriger GR”.

4 Gedanken zu „Anleitung zu Politikverdrossenheit“

  1. Ja lieber Ivo die Retourkutsche kommt eben schneller als Du gedacht hast. Wer sich weit aus dem Fenster lehnt, droht zu fallen insbesondere wenn der Kopf schwerer ist als das Herz. Du hast nun lange genug Leute persönlich diffamiert, Personen, welche sich seit Jahren uneigennützig für die Gemeinde und ihre positive Entwicklung einsetzten, das Gewerbe insbesondere das Bauhaupt und Nebengewerbe Eschenbach hingestellt als seien alle Verbrecher. Du bist nun lange genug der selbsternannte Gesetzeshüter in unserer schönen Gemeinde gewesen. Nun denn, es sei so. Im zweiten Wahlgang in die GPK für die beiden letzten Sitze steht auf meinem Stimmzettel auch nach deinem heutigen Rundumschlag kein Ivo Kuster. Gerne darfst du meinen Namen veröffentlichen in deinem Tweet. Ich bin mir sicher, dass ich alle Shitstorms von dir gut überlebe. Etwas Positives zum Schluss. Die Kamingespräche die Du massgeblich mitlanciert hast, finde ich eine tolle, konstruktive, informative Plattform. Gratuliere dazu.
    Harry Iselin

    1. Danke Harry
      Dank des üppig von Dir herumgeschickten Flugblatts hat sich der anonyme Vollpfosten ja schon üppig ins Bein geschossen. “Selbsternannt” bin ich tatsächlich – weil ich entschieden gegen parallele Machtkonstrukte ankämpfe, die seit Jahrzehnten hier wirkten und einigen Alles ermöglichte. Dazu brauch ich weder deinen noch einen anderen Segen. Diese Legitimation gibt mir das Bürgerrecht – welches für jeden gilt. Shitstorms muss ich keine auslösen. Diese besorgst Du Dir meist selber. Danke für das Feedback für das Kamingespräch. Das wird es vermutlich jedoch nicht mehr geben. Ich muss nicht nochmal halbtote Parteien reanimieren für so einen Kindergarten.

    2. ..btw: Diejenigen die sich mit Schaum vor dem Mund gegen meine GPK Kandidatur on- und offline mit Pamphleten kümmern, scheinen noch immer nicht begriffen zu haben, dass dies sozusagen eine “Friedenspfeife” darstellt. Ich möchte Cornel und dem neuen Team ermöglichen, endlich die Hinterlassenschaften zweier Hemdsärmligen weg zu schaffen und tragfähige Politik und Vertrauen zu schaffen. Wer dies begriffen hat und mich immer noch nicht in der GPK will, möchte einfach verhindern, dass wir eine neue weitsichtige und vetrauensvollere Politik aufbauen. Bloggen und GPK wird nicht gehen.

    3. Korrigenda: Herr Iselin meldete sich und hielt fest, er habe nie ein Flugblatt weitergeleitet. Ich erhielt von drei unabhängigen Personen eine andere Aussage. Ich telefoniere allen Dreien nochmals. Selbstverständlich habe ich mich bei Harry dafür entschuldigt, falls dies tatsächlich nicht zutreffen würde.
      Der Vollständigkeit halber soll dies erwähnt sein.

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