Ich muss nicht gewählt werden, aber…

Sind wir mal ehrlich: Wenn wir Menschen denen wir unser Geld anvertrauen, deutlich mehr Lohn zugestehen als jenen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, unser Alten pflegen oder die Nahrungsmittel herstellen, dann sagt dies doch schon einiges über eine Gesellschaft aus.

Es fehlt z.B. vielerorts an integrativen Ansätzen mit Demenz in den Altersheimen. In meinem Dorf werden z.B. diese Menschen einfach im obersten Stock des Heims eingesperrt. Ihr Vergehen: Alt sein. Der eigentliche Grund ist jedoch ein anderer: Ein paar wenige Menschen finden, dass wir uns ein anderes Konzept nicht leisten können. Dafür wird auch im KR gesorgt.

Dabei bin ich überzeugt: Bürger*innen finanzierten  für diese Senioren lieber ein neues Konzept, statt die Berge von Tabletten, um sie ruhig zu stellen. Das Wertesystem einer Gesellschaft erkennt man an ihrem  Umgang mit den Schwachen.

Aktuell sollen ja auch mal wieder Spitäler geschlossen werden. Was es für das Toggenburg heisst, wird ausgeblendet. Ohne Spital wird es auch für die Hausärzte schwierig. Den teure Diagnosegeräte wie MRI usw.  kann keiner selber anschaffen. Das Resultat: Leistungsabbau in ohnehin schon strukturschwachen Regionen.

Mit Kindern läuft es ähnlich verkehrt herum: Kindergärtner*innen  verdienen am aller schlechtesten von allen Lehrpersonen. Kita Betreuende noch schlechter. Spielgruppenleiterinnen können nichtmal Pensionskassen äufnen. Dabei leisten sie enormes.

Ein Landwirt kann tun was er will-2/3 der Subventionen um die heimische Lebensmittel zu unterstützen, landen letztlich doch bei Konzernen wie Fenaco (Landi), Emmi, Syngenta und im Consultingbereich. Jüngstes Beispiel: Einführung von Schleppschlächen bis 2022: Eigentlich sinnvoll um Ammoniakausstoss zu reduzieren, doch in erster Linie führt das einfach zu steigendem Absatz von teuren Jauchesystemen – Dafür geht das Netto- Jahreseinkommen eines kleinen Betriebs gleich wieder drauf.

Im Kantonsrat wurde unlängst ein neues Brandschutzgesetz beraten. Darin wurde Bestandesgarantien  ausgehandelt, bei Bauten die brandschutztechnisch bedenklich sind. Der Grund: Die vielen Gemeindevertreter im KR hatten Angst, sie müssten ihre Schulhäuser und  Gemeindeliegenschaften nun doch endlich feuersicher machen. Das Schulhaus meines Kindes ist auch so ein Fall: Die Politik drückt sich seit mind. zwei Kontrollenberichten (mind. 6Jahre)  davor, die bekannten Brandschutzdefizite zu finanzieren. Der Bericht ist geheim – nur deshalb geht das. Jeder Vater, jede Mutter und alle Grosseltern würden sichere Schulhäuser finanzieren!

All diese Entwicklungen laufen wohl unbestritten in die falsche Richtung. Sie können nur damit gestoppt werden, indem Politiker*innen für  mehr Menschlichkeit Verantwortung übernehmen. Es geht nicht um Steuerprozente sondern Kinder, Alte, Kranke, Arme – um Menschen nicht Millionen! Geld ist nur Mittel zum Zweck nie der Zweck selbst.

Politische Königsdisziplinen sind seit Jahrzehnten Steuerwettbewerb, Baukonjunkturförderung und Sparrunden.  Diese enden immer am selben Ort: Umverteilung von unten nach oben. Der hochgelobte Trickledown Effekt bleibt aber aus: Die Steueroptimierungen der letzten Jahre führten nicht zu mehr Wohlstand in der unteren Schicht sondern z.B. eher zu noch teureren Wohnungen, noch mehr Rendite für die einen und Sozialabbau für die anderen. Wählt bitte Personen und Parteien, die Menschen dienen und nicht dem Geld.

Ob mein Name auf deinem Wahlzettel steht, ist mir wirklich egal. Viel wichtiger ist, dass kein/e Kandi drauf steht, der die obigen Symptome einer schlechten Entwicklung in seiner/ihren Politik unterstützt oder noch weiter befeuern will!

“Survival of the fittest”  oder “First come-first served” mögen ein tolles Mantra im Business sein – in der Politik ist dies einfach nur das Gegenteil dessen, wofür sie da sein sollte:

Politik muss eben nicht den Ersten und Besten dienen, sondern allen Menschen. Ein Dorf, ein Kanton oder ein Land ist kein Business und kein KMU!

Sondern: Eine (Solidar-) Gemeinschaft die aufeinander Rücksicht zu nehmen hat.  Das steht auch auf der erste Seite der Bundesverfassung.:

(…) gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen(…) (Bundesverfassung, Präambel)

Wenn das mal bitte jene anerkennen würden, die sich besonders stolz Eidgenossen nennen!  Auf diese Worte haben unsere Vorfahren den Staat aufgebaut. Uri, Schwyz und Unterwalden waren schwach und stützten sich gegenseitig um gegen den übermächtigen Einfluss der Reichen an zukämpfen. Manchmal wünschte ich mir solch einen Mut zurück. Heute wird eher dafür geschaut, das sich die untersten Milleus  gegenseitig bekämpfen – und viele helfen dabei mit oder schauen feige weg.

Geh bitte wählen und setze ein Zeichen gegen GIER, HASS und UNSOLIDARISCHE Politiker*innen!

DEINE STIMME IST DIESE JAHR ENORM WICHTIG! 

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