Gemeinde kontrolliert andere – findet aber Brandschutz an eigenen Anlässen überflüssig

Prinzipiell ist jede Art von Kulturförderung etwas tolles. Da unterscheide ich weder in der Kulturform noch den Veranstaltern. Vereine, Privatpersonen aber auch die Gemeinde selbst sind wichtige Kulturföderer. Während jedoch in der Fasnacht oder an der Chilbi jeder Gasgrill „amtlich kontrolliert“ wird und Brandschutzvorschriften – völlig zu recht – von allen eingefordert werden, gilt dies für das Hobby des Gemeindeschreibers überhaupt nicht: „Seine“ Kulturkommission kann seit Jahren Nischen Veranstaltungen ohne Rendite durchführen, wie sie will und wo sie will. Dabei ist das Budget grosszügig – und der Brandschutz offensichtlich auch.

81 Besucher, 4 Musikerinnen und ein lausiger Notausgang nach innen

Im Custorhauskeller lud heute Abend die Kulturkomission zu grossartiger Musik. Selbstverständlich nutzte man den Boden bis auf den letzten Platz aus.

Während Vereine und Wirt:innen spätestens seit Crans Montana die eigentlich längst bekannten Auflagen akribisch umsetzen (müssen), ist es ausgerechnet bei der Kanzlei selbst, welche Veranstaltungen bewilligt und Auflagen verfügt offensichtlich anders..

Einmal mehr klafft zwischen dem, was die Gemeinde von Dritten fordert und selber umsetzt, eine erhebliche Lücke. Es fällt mir zugegeben schwer, solches Verhalten zu verstehen. Alle Vorschriften gelten immer für alle Anderen. Doch wenn’s mühsam wird, will man sich selbst offensichtlich an nichts halten…

Vorgaben sind klar – und garantiert längst bekannt!

Die geltenden Brandschutzvorschriften sind seit 2022 aktualisiert und bekannt. Übrigens werden diese auch Mietern des selbigen Raumes auferlegt.

Einige Auszüge aus den Brandschutzvorschriften z.b. zu Flucht und Rettungswegen zeigen klar auf, was möglich wäre – eigentlich nur 20 Personen:

Das sind die Buchungen vom heutigen Konzert:

81 Leute, 4 Musiker, hinzu kommen wohl noch Techniker und Kommissionsmitglieder…

Fazit: Die Einen können alles und die Anderen nichts. Das ist der rote Faden bei so mancher Veranstaltung der Gemeinde. Nur sie darf die Sporthalle bestuhlen, nur sie darf auf einem Areal mit Alkohol und Rauchverbot für alte weisse Männer das Bildstöcklifest veranstalten usw.

Ich verstehe jede:n der solche „Vorbilder“ nicht mehr Ernst nehmen kann.

😉 Ich hör nun einfach schon wieder die einen rufen: Dieser Kuster… Das sind in etwa die selben Leute, welche zuhause statt eines Spiegels im Badezimmer wahrscheinlich genauso gut einen Karton haben könnten. Sie sehen sowieso kaum über den eigenen Brillenrand und mit „Reflexion“ können sie eh nix anfangen;-)

Denn: Nicht ich bin Schuld daran, dass im Custorhaus längst keine Konzerte mehr stattfinden dürften, sondern Brandschutzvorschriften und Gesetze – die auf tragischen Erkenntnissen basieren.

Letztlich bleibt die grosse Frage: Wer kontrolliert die Kontrollierenden?

2 Gedanken zu „Gemeinde kontrolliert andere – findet aber Brandschutz an eigenen Anlässen überflüssig“

  1. Es wäre gut und wünschenswert, wenn die Gemeinde mit gutem Beispiel voranginge, sei es beim Brandschutz, aber auch beim Klima, der Inklusion, Biodiversität und vielen weiteren wichtigen Themen. Gemeinden haben eine Vorbildfunktion und müssen diese aktiv leben, auch der Glaubwürdigkeit wegen.

    1. Ja – Führen durch Vorbild gilt im Kleinen (Familie) wie auch im Grossen (Schule, Gemeinde, Politik usw). Aber eben – Das Problem ist so alt wie die Demokratie: Wer kontrolliert die Kontrollierenden?

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