!Achtung Satirebeitrag! CH Armee – Die sozialistische Insel in der modernen Schweiz

Weshalb machst Du als linker Sozi eigentlich noch Militär?- “Weil da noch Sozialismus wie nirgens sonst in der Schweiz vorherrscht;-) !” 

Da ich nun schon so oft die selben Fragen hörte, hier mal eine kleine satirische Antwort als Blogbeitrag.

Die Tatsache, dass es wahrscheinlich kaum eine Ecke im Staatsgebilde gibt, die so sozialistisch wirtschaftet und funktioniert wie die Armee, ist kaum je öffentlich diskutiert worden. Das hol ich hiermit mal nach. Anbei findest Du ein Erklärungsversuch, worauf diese These stützt:

Gleichheit und 1:12 ist Programm

Gleichmacherei ist in der Armee Programm. Von Kasernen in Bure bis S-Chanf und von Beret bis Kampfstiefel haben alle Angehörigen der Armee etwa das gleiche “Eigentum”. Das lernt man als Rekrut ziemlich schnell bei der Matkontrolle:

Auch die Lohntabelle braucht keine 1:12 Initiative um Fairness zu garantieren. Die Einstufung als Schiessplatzwart ergibt 74602.- Fr und ein sehr hoher Berufsof erhält 215311.-Fr. macht ca. Lohnverhältnis 1:3. Nimmt man noch Korpkommandanten dazu, sinds 300’000 = 1:4.5 Wen man bedenkt, dass bis vor wenigen Jahren eine Karriere in der Wirtschaft oder der FDP eine Armeekarriere voraussetzte, ist das doch echt schwer nachvollziehbar, wie die FDP damals die Initiative bekämpfte:

Veraltete Maschinen und Arbeitsbeschäftigung

Nicht umsonst sind die Nummernsschilder schwarz: Vergleicht man Russpartikelemissionen, das Durchschnittsalter oder den Treibstoffverbraucht der Fahrzeuge mit diesen Nummern mit jenen der “Weissen” fallen schnell grosse Unterschiede auf.

Der Duro dreht z.B. seit 1995 seine Runden. Wie auch die Trabis in der DDR zu Tode geflickt wurden, wird auch so ein Duro nach 25Jahren nicht etwa verschrottet, sondern für 250’000 “werterhalten”; sprich renoviert. Wenn das keine Sozialismus -Romantik ist: Sozial ist was Arbeit (für die Mowag in Kreuzlingen TG) schafft. Dasselbe gönnt man sich auch in der Luft. Wer den Lärm am Himmel mag (Paraden wie Kim Jong leisten wir uns glücklicherweise ja dann doch nicht) schaut in Tat und Wahrheit fliegenden Museen nach. Egal ob F5 Tiger (Beschaffung 1984) oder FA/18 (1997) – Die Dinger sind alt und durstig und kommen aus einer Zeit, indem es gerade mal knapp Natels gab. Sie können auch nur finanziert werden, weil man politisch bei den Militärausgaben nicht all zu fest mitreden kann. Skandal an Skandal begleitete jede Neuanschaffung. Jedesmal brauchte es Nachkredite oder es waren dann plötzlich die Hangar’s zu klein…

So ein Stündli F/A 18 kostet läppische 30’600 Franken und die Luftwaffe verlärmte pro Jahr 29 547 000 Liter für den “Jungen” und 6 566 000 Liter für die noch ältere F5 Kiste mit Atari 2600 Elektronik. Die Leopardpanzer sind auch 30ig und saufen 340l / 100km. Doofe Ausgaben für unnütze Sta(a)tusobjekte also, wie man sie nur aus dem oft so rückständig geglaubten ehemaligen kommunistischen Staaten kennt ;-). Dasselbe gilt für Werkzeuge, Maschinen und Bauten: In der Mehrheit uralt aber behäbig und tatsächlich langlebige Qualität überwiegend aus dem eigenen Land – dank Vetternwirtschaft und Politfilz bis ganz nach oben! Das muss nicht per se schlecht sein – ist aber sicher auch das Gegenteil von liberalem Wirtschaften!

Die grosse Verzichts-Kultur & Stacheldraht

Wenn eines den Kapitalismus und die westliche Welt im allgemeinen prägt, dann ist es der immer grössere Konsum. Egal wann, egal wo: Es wird ständig gekauft und konsumiert auf Teufel komm raus. Wer im Militär ist, lernt ganz schnell was Askese heisst. Mit Konsumieren ist da nix. Und wenn, dann nur zu ganz bestimmten Zeiten und in vorbestimmten Mengen. Sogar der Einkaufsort und die “Shoppingtour” hat ganz genaue Perimeterangaben und Stundentafel und nennt sich “Ausgangsrayon”. Dank Corona ist dieses so ziemlich genau bis maximal an das Kasernentor. So mancher Rekrut der aktuell im Dienst ist, hat in erster Linie wahrscheinlich Konsumentzugund zwar nicht von Drogen sondern Zalando, Shopping, Döner, Pizza usw. Gibts alles nicht im Staat hinter Stacheldraht. Dafür gibts Schweizer Nutella von Räber und anderen Schweizer Firmen, welche sicher auch gute Beziehungen zur Armee pflegen…;- )

Bunte Mischung für eine grosse gemeinsame Sache

Die kulturelle Vielfalt in der Herkunft der Armeeangehörigen ist gewaltig. Ähnlich wie vorallem in linken Parteien üblich, sind viele Namen zu finden, die den meisten Schweizer*innen nicht so geläufig sind. Wenn also Heiri und Peter in der SVP über richtige Schweizer wettern, dann wissen diese nicht, was dies (zum Glück!) mittlerweile heisst: Eine verdammt bunte Geschichte. Was die AdA’s eint ist der gemeinsame Auftrag, ihre Funktion, ihre Haltung. Die Armee ist das Abbild der modernen Schweiz: Tausendmal bunter als es die alten Krieger wahrhaben wollen. Übrigens: Die höchste Dienstmotivation haben nachweislich nicht etwas die Müller’s und Huber’s sondern die AdA’s mit “ic” am Schluss!

Aus oben genannten Gründen stelle ich die einzig folgerichtige Frage:

Warum hat es so wenig “Linke” und soviele “Freisinnige” in Uniform? 😉

Die CH- Armee ist ein Paradies für Sozialismusromantiker!

FAZIT: Ich finde es überhaupt keinen Widerspruch als waffenloser und GSoA Sympathisant noch bis ca. fünfzig Dienst zu leisten. Soziale Systeme wandeln sich am besten (oder überhaupt nur) von innen. Ein Change ist möglich. Die Armee braucht die Armee sinnvolle Aufträge, moderne Anlagen und einen strikten Fokus auf Katastrophenschutz, Logistik & Transport, Kommunikationsmittel, Umwelt- & Gesundheitskrisen statt doofe Waffen gegen  “Böse Feinde aus dem Osten”. Keine 20% der AdA bräuchten eine persönliche Waffe für ihren Auftrag! 

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