Waldegg: Innert 22h illegale Ablagerung zurückgebaut

60m Baupiste, Humusdepots und 1000m2 Grube verschwinden über Nacht. Da darf man sich einige Fragen stellen – zumal es beim Waldegg alles andere als mit rechten Dingen zugeht.
Grundsätzlich ist das nahe Deponieren von Aushub eine sehr wertvolle und umweltfreundliche Methode – jedoch geht es in diesem Fall ganz klar nicht um das Deponieren von Dreck, sondern die Tatsache, dass es garnichts zu deponieren geben dürfte! 
Mit Steuergeld wird an einem

baurechtlichen SCHANDFLECK “gepflästerlet”, statt die Bauaufsicht vollzogen. Einmal mehr: Das Gewerbe (und auch die Gemeinde selbst) kann baulich tun und lassen was es will. Ein 24Stunden-Bericht.

Dienstag 09.11.2021 / 9:30Uhr Waldegg

Ich fahre beim Waldegg vorbei und bin verwundert. Schliesslich habe ich vor wenigen Tagen über’s Waldegg recherchiert und gebloggt und weiss, dass dort einzig die Fahrbahn angepasst werden darf. Was ich jedoch sehe, verschlägt mir die Sprache: Ausgerechnet jener Parkplatz, der kaum je korrekt bewilligt war und hauptursächlich für alle Unfälle war, wird erweitert (!). Eigentlich müsste selbiger zurückgebaut werden – das wär das einzig Richtige gewesen. Ich mache einen Augenschein, mache Fotos und führe Gespräche. Irgendwie muss da jemand eine Baubewilligung für eine Parkplatzerweiterung gegeben haben – was überhaupt garnichts mit Verkehrssicherheit zu tun hat und entsprechend nicht bewilligungsfähig (schon garnicht in der Landwirtschaftszone!) ist. Eines ist jetzt schon klar- da ging’s kaum mit rechten Dingen zu, dass eine weitere Baubewilligung rausging. Vorallem die Tatsache, dass es ausserhalb Bauzone keine Bagatellverfahren gibt und die Rekordzeit lassen diese Vermutung zu.

Im kantonalen Projekt war das hier definitiv nicht enthalten:

Unten am Waldegg wird der Aushub hingekippt (Bild aus Video oben) :

Dienstag 09.11.2021 / 10:30 Gemeindeverwaltung Eschenbach

Ich konfrontiere zusammen mit einem zufällig anwesenden Bekannten als Zeugen den Bauverwalter mit dem Bild und Videomaterial und leg ihm nahe, sofort einen Baustopp zu reissen. Schliesslich ist der Verwaltung längst bekannt, dass das Waldegg seit spätestens 2005 ausserhalb Bauzone ca. 70% zuviel Volumen ausgebaut hat, den Referenzzustand um ca. 25-30% überschreitet usw. Kurzum: Jeder Landwirt oder Private hätte längst eine Rückbauverfügung im Haus gehabt. Für das Gewerbe verbiegt man jeden Paragraphen.

Angesprochen auf die saudumme Parkplatzerweiterung wird das Bauvorhaben als “Parkplätzli” (sic!) vom Bauverwalter verniedlicht. Selbstverständlich ginge man dem Hinweis aber trotzdem nach und werde ja nachdem dann Handeln.

Mittwoch 10.11.21 / 8:00 Uhr Waldegg

Die Heinzelmännchen waren emsig am Werke. Beeindruckende Spurenverwischerei: Auf der Wiese unterhalb des Waldegg ist die Baupiste bis auf s’letzte Geröllsteinchen zurückgebaut, die Grube bereits humusiert, der Bagger nur noch in den letzten Zügen. Das muss man mal fertig bringen: Zwei Bauvergehen auf der selben Baustelle innerhalb von 24h . Denn: Baustopp heissst: Arbeit niederlegen, formelles Bauverfahren durchführen, Entscheid abwarten…. Nicht so in Eschi – dort wird alles zum Verschwinden gebracht, damit es garnichts mehr zum verzeigen gibt. Anders ist die Eile kaum auszulegen:

Mittwoch 10.11.21 / 11:20 Telefonat Bauverwalter Eschenbach

Ich erfrage, wie es dazu kommen konnte, dass man bereits wieder humsiere. Schliesslich sei ein Strafverfahren zu eröffnen. Der Bauverwalter meinte dazu nur, dass er für den Hinweis danke und man ja nun das nötige Veranlasst habe. Ich bin einmal mehr erstaunt – aber nicht ratlos…

Mittwoch 10.11.21 / 16:30 Staatsanwaltschaft Uznach

Zugegeben: Ich hatte es schon am Dienstagabend erahnt, dass es soweit kommen könnte. Entsprechend habe ich in die Tasten gehauen und alles vorbereitet. Ich musste nur noch kurz die aktuellsten Bilder einfügen und das Bündel auf dem Untersuchungsamt einreichen. Vermutlich wird der Staatsanwalt das Bündel retournieren, mit dem Hinweis, dass die Gemeinde sich erstinstanzlich diesem annehmen müsse. Dies wiederum wird eine Aufsichtsbeschwerde beim Kanton auslösen. Irgendwann wird’s dann doch wieder beim Staatsanwalt landen. Fest steht schon heute: Aus dieser Kiste dürfte man eigentlich trotz involvierter Chefs in der Verwaltung nicht einfach so rauskommen.

Eines können sie sicher sein: Ich hätte schon morgen eine Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede am Hals, wenn ich nicht 100% sicher belegen könnte, dass alles gesagte stimmt. Das Waldegg hat soviele Mängeln, dass die vorherrschende Situation weder je bewilligt war, noch je bewilligt werden kann. Das wir nun 60’000 Steuerfranken einzige dafür vernichten, diesem Treiben noch unter die Arme zu greifen, ist der Gipfel der Frechheit jener, die ihrer Pflicht nicht nachkommen und das Baurecht nicht durchsetzen wollen. JEDER LANDWIRT WÄRE LÄNGST MIT BIS ZU 30’000 FRANKEN VERBÜSST WORDEN. AN ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND AM STAATSANWALT FÜHRT MEINES ERACHTENS KEIN WEG VORBEI.

Am Freitag wurde übrigens schon wieder am Parkplatz weitergebaut!!!

DEPONIEREN VOR ORT IST SEHR ÖKOLOGISCH UND SINNVOLL – WENN DAS ZU DEPONIERENDE ERDGUT GARNICHT ANFALLEN WÜRDE, WÄR DAS JEDOCH NOCH VIEL ÖKOLOGISCHER!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Der Nebel passt super zur Bildaussage: binnen weniger als 36 h wurde nicht nur eine illegale Ablagerung zurück humusiert – sondern kurzerhand gleich auch noch ein ganzer Acker angelegt…POWERPLAY von Behörden, Bauherrschaft, Bautruppe und Landwirt 😉

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