Ein für alle Mal: Landwirte verursachen kein CO2 sondern KONSUMENT*INNEN!

Der Bundesrat hat am 12.Feb. seine Agrarpolitik 22+ vorgestellt. Seither wird von CO 2 schleudernden Landwirten geschrieben, von zuvielen Kühen,  von zuviel Subventionen usw… Komisch ist nur: Es wird selten geschrieben, dass die Schweizer*innen sich ernähren, als wären wir ein Volk von Schwerstarbeitern. Es wird zuviel konsumiert und deshalb zuviel produziert! Ich lese selten bis nie, dass

1. Landwirte meist deutlich mehr Emissionen inhouse kompensieren, als jeder andere Bürger in diesem Land. Klar ist CO2 Kompensation auch bullshit-aber viele finden ja, das legitimiere alles.

2. Die CO2 Emissionen den Bauern von Konsument*innen ja direkt gefordert werden. Möglichst viel-möglichst billig. Döner auf auf dem Heimweg und Chickennuggets nach dem Training… Gerade mal den Eigenbedarf vom Hof dürfte man der CO2, Lachgas oder Methangas-Bilanz des Bauern zurechnen.

3. Landwirte deutlich weniger als andere sinnlos in der Gegend herumkarren-geschweige denn fliegen: Sie arbeiten lokal: durchschnittlich 16h pro Tag und das meist 365Tage im Jahr. Wahrscheinlich würden viele  “meiner” meist ÖV fahrenden SP-Kollegen da bei einem Vergleich ebenfalls schlecht rauskommen;-). Reisen bilde ja bekanntlich ungemein…Auch viele Hippster in den Städten, wie auch ganz normale Bürg*innen gönnen sich einen CO2 Abdruck, der jenseits von vertretbar ist.**

4. Tierhaltung die Umwelt belastet aber in gewissen Gegenden sehr sinnvoll ist. Besonders verrufen sind immer wieder ausgerechnet Kühe. Als Alternative wird Poulet und Schweinemast gefordert– oder man fordert die Tierhaltung ab zu schaffen*. Dabei wird vergessen: Nur Wiederkäuer können Gras zu gehaltvollen Nahrungsmitteln umwandeln.

5. Landwirte gerne weniger und nachhaltiger Fleisch und andere Lebensmittel produzieren würden – das geht aber nur, wenn sie trotzdem davon leben könnten und dank Johann Schneider Amanns (FDP), Ueli Murers (SVP) und insbesondere Ignazio Cassis (FDP) befeuerten Freihandelsverträgen nicht z.b. mit Mercosurstaaten, China und Indonesien im direkten Konkurrenzkampf stünden!

Da sich dieser Tage ja besonders viele Expert*innen zu Wort melden, kam es auf diesen weiteren Beitrag von mir auch nicht mehr an.

Immerhin kann ich für mich beanspruchen, für den Schweizer Biobauernverband BioSuisse in der ganzen CH von Wil bis Neuchatel auf landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet zu haben und das ich mich desöftern für rechtliche Beratung an Landwirten ebenfalls zur Verfügung stelle. Ich bewirtschafte ein bisschen Wald und stellte früher als Zimmermann viele Scheunen her. Ich kenne die Zielkonflikte und weiss wie wenig Geld für soviel Arbeit, Risiko und Gesundheitseinsatz herausschaut.

Fest steht: Wenn im 2020 immer noch soviel Leute glauben, dass jeden Tag Fleisch auf dem Teller sein müsse, dann sollen sich diese bitte nicht über CO2 verursachende Bauern echauffieren. Ebenso alle Takeaway, Kantinenesser und Avocadoliebhaberinnen:

DER GRÖSSTE CO2 PRODUZENT IST und bleibt DER KONSUMENT! (im Fall von übermässigen Fleischkonsum möchte ich dies ausnahmsweise auf Grund meiner Erfahrungen mit Grilltariern nicht gendern) 

*Anmerkung: Der Schreibende ist “Flexitarier” und geniesst mindestens 320 Tage pro Jahr gehaltvolles aber fleischfreies Essen und fühlt sich rundum gesund. Jedoch (fr)esse ich nie willentlich ein MBudget-mir-egal-woher-hauptsach-billig-Fotzelfleisch. Als Gast esse ich jedoch immer was auf den Tisch kommt. d.h. ich GENIESSE UND SCHÄTZE ca. 10x pro Jahr willentlich Fleisch und ca. 35x “git’s was es git” als Gast und schätze es dann einfach, wenn Menschen mich einladen und für mich kochen.

**Fliegen: Ich bin zweimal im Leben geflogen (1x Mallorca mit 15 und 1x Tunesien mit 19) und werde es vermutlich kein weiteres mal. Ich wüsste schlichtweg nicht wozu man in der Freizeit herumfliegen muss. Doch: Auf das Auto möchte ich derzeit noch nicht verzichten-dazu ist es einfach zu billig, zu flexibel und hat im ländlichen Gebiet auch eine soziale Komponente.

 

 

 

Frauen wählen! 22 von 120 Kantonsräten ist einfach zu wenig!

Derzeit sind nur 22 der 120 Kantonsräte weiblich. Ganz ehrlich: Ich will nicht über Frauenquoten diskutieren. Ich fordere einfach alle Wählenden auf,  für sich zu überlegen, wie  dieser mickrige Frauenanteil zu Stande kam. Klar hatte es weniger Frauen als Kandis (es waren 2016 29,1%) -aber wie kam es dazu, dass nur 18% davon gewählt wurden? 2020 sind 34,3% der Kandis Frauen.

Es geht nicht darum Frauen zu fördern, weil sie Frauen sind! Sondern:  Es gilt zu hinterfragen, weshalb wir an all den Männern so unglaublich viel mehr zutrauen! 

Als Sozialarbeiter sehe ich einfach die Realität da draussen. Frauen leisten enorm viel – im Job wie auch Privat! Auch 2020 würde noch immer gelten:  Wenn Frau will steht alles still!  Blicke in die Statistiken des Bundes zeigen klar (Und ja, liebe Kritiker: Tatsächlich sind statistisch aufgerechnete Zahlen durchaus ein gutes Mittel für Erkenntnis, solange diese solide und korrekt erarbeitet wurden!): Frauen leisten nach Marktkostenmethoden deutlich mehr unbezahlte Arbeit als Männer:  CHF 247’000 und Männer nur 162’000 pro Jahr. Das lässt sich nicht einfach damit erklären, dass Männer mit 100% Berufstätigkeit dies den Frauen ermöglichen. Denn: Ganz viele der unten aufgeführten Aufgaben könnte man gut auch noch nach 9h Arbeit erledigen. Der typische Arbeitsalltag der meisten Frauen hat deutlich mehr Arbeitsstunden als der des Mannes. Zudem: Am Wochenende wird durchgearbeitet. Frauen haben kein Burnout weil sie schwächer sind, sondern weil sie in vielerlei Beziehung deutlich mehr leisten (müssen) als Männer.

Bei den Gesprächen mit RR Kandidatin Laura Bucher war eines der häufigsten befürchteten Probleme des Gegenübers, dass sie ihre kleinen Kinder vernachlässige. Ist ja unglaublich. Auch im 2020 hängt das Wohl der Kinder bei der Frau? Muss Frau Bucher zuerst immer erklären, dass sie ja auch noch ein Mann hat und das sie den RR Job mit IHM absprechen musste, bevor sie für ewiggestrige wählbar ist?

Wie kommen wir nur dazu, zu meinen, dass es sich auch deshalb besonders empfiehlt, genau solche Männer für Ämter zu wählen? Von Männern die nicht mal zu Hause soziale Verantwortung übernehmen können, erwarten wir, dass sie dies im KR leisten?

Müssten Männer nicht mehr Zeit für die Familie haben? Endlich Zeit um sich für die Familien ein zu setzen können?  Den Männern einen sinnhaften Ausgleich zum Job, statt noch Sitzungen, Termine und Stress zu bescheren?

Ist es nicht beinahe dumm, wenn wir Männer wählen und ihnen so das Erlebnis zu nehmen, am Feierabend ihre Eltern oder den Nachbarn zu pflegen,  Wäsche zu machen, den Haushalt schmeissen?

Ich will keine Frauenquote aber mindestens 34,3 % Kantonsrätinnen am 9.März. Ich verzichte gerne auf ihre Stimme, wenn sie diese einer Frau geben. Meine Wahlempfehlung: Die Hauptliste der SP. Die besteht aus 12 grossartigen Frauen.

Freundlichst

Ivo Kuster

 

 

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/grafiken.gnpdetail.2017-0252.html

Ich muss nicht gewählt werden, aber…

Sind wir mal ehrlich: Wenn wir Menschen denen wir unser Geld anvertrauen, deutlich mehr Lohn zugestehen als jenen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, unser Alten pflegen oder die Nahrungsmittel herstellen, dann sagt dies doch schon einiges über eine Gesellschaft aus.

Es fehlt z.B. vielerorts an integrativen Ansätzen mit Demenz in den Altersheimen. In meinem Dorf werden z.B. diese Menschen einfach im obersten Stock des Heims eingesperrt. Ihr Vergehen: Alt sein. Der eigentliche Grund ist jedoch ein anderer: Ein paar wenige Menschen finden, dass wir uns ein anderes Konzept nicht leisten können. Dafür wird auch im KR gesorgt. „Ich muss nicht gewählt werden, aber…“ weiterlesen

Weshalb ich Dich im Kantonsrat vertreten will

Hier mal kurz und knapp 5 Gründe, weshalb ich der Ansicht bin, dass ich Dich vertreten könnte. Weiter unten sind alle ausführlich erläutert. 

  1. Ich bin überzeugt, dass ich für den KR das nötige Rüstzeug habe, bzw. genug vernetzt bin, um in diesem politischen Mikrokosmos unsere Region zu vertreten.
  2. Ich bin mir der Verantwortung und der Komplexität des Amts voll bewusst. 
  3. Es braucht dringend eine Korrektur: Hin zu Menschlichkeit statt nur kurzfristig gedachten Sparübungen
  4. Der Kanton St. Gallen braucht mehr Menschen mit Rückgrat statt Geldpolster im Parlament. 
  5. Kinder, Klima, Alte Menschen: Das sind echte Herausforderungen. Alles andere ist dagegen Peanuts- Spielen wir uns nicht mehr länger was vor. 

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